Freitag, 1. Juni 2012

Zypern: Akrotiri

In der dritten Folge der Zypern-Berichterstattung geht es heute um den südlichsten Zipfel der Insel, die Halbinsel Akrotiri nahe der Großstadt Limassol.

Eines vorweg: Akrotiri ist einer der Stützpunkte des britischen Militärs auf Zypern. Die südlichsten Bereiche der Halbinsel sind Sperrgebiet und nur den Mitarbeitern der Royal Air Force zugänglich. Fotografieren ist hier strengstens verboten. Und auch auf halber Strecke werden auf der Hauptstraße Sperrgebiete durchfahren, in welchen man sich unbedingt an das deutlich ausgeschilderte Fotografierverbot halten sollte!

Abgesehen von dieser Einschränkung ist Akrotiri wohl das El Dorado in Sachen Vogelbeobachtung. Ebenso vielfältig wie die Habitate sind die fliegenden Besucher. Zwei Hauptanziehungspunkte von flatterTieren und flatterMenschen sind sicherlich hervorzuheben: a) der große Salzsee und seine östlichen Ausläufer entlang der Lady's Mile  und b) das Sumpf-/Schilfgebiet Phassouri nahe der Westküste.

Der Akrotiri Salzsee ist mit einer Fläche von etwas über zehn Quadratkilometern das größte Inlandsgewässer Zyperns. Große Bereiche des Sees sind weniger als 30 cm tief. In den Wintermonaten sollen hier bis zu 20.000 Rosaflamingos (Phoenicopterus roseus) anzutreffen sei. Und auch bei unserem Besuch Anfang April waren noch etwa 100 der imposanten Tierchen vor Ort; leider in unmittelbarer Nähe zur Schutzzone der britischen Radarstation. Diverse See- und Watvöglen können aus dem Auto heraus bequem entlang der Lady's Mile beobachtet werden. Einige Beispiel sind in den nachfolgenden Bildern dokumentiert: Flussregenpfeifer (Charadrius dubius), Seeregenpfeifer (Charadrius alexandrinus), Kampfläufer (Charadrius dubius), Zwergstrandläufer (Calidris minuta), Seidenreiher (Calidris minuta).

Flussregenpfeifer @ Akrotiri, Zypern
Seeregenpfeifer @ Akrotiri, Zypern
Kampfläufer @ Akrotiri, Zypern
Zwergstrandläufer @ Akrotiri, Zypern
Seidenreiher @ Akrotiri, Zypern
 
 
Westlich des Salzsees führt auf Höhe der Radarstation eine Seitenstraße in ein weitläufiges Sumpf-/Schilfgebiet, die Phassouri Reedbeds. Die wenigen offen zugänglichen Stellen waren bei zwei Besuchen jeweils gut bevölkert, so dass die Zypernurlaub-Artenliste wesentlich ausgebaut werden konnte. Die nachfolgenden Bilder sind wiederum nur stellvertretend für viele weitere Beobachtungen zu verstehen: Kuhreiher (Bubulcus ibis), Bruchwasserläufer (Tringa glareola), Stelzenläufer (Himantopus himantopus), Spornkiebitz (Vanellus spinosus), Sichler (Plegadis falcinellus).

Kuhreiher @ Akrotiri, Zypern
Kuhreiher @ Akrotiri, Zypern
Bruchwasserläufer @ Akrotiri, Zypern
Stelzenläufer @ Akrotiri, Zypern
Stelzenläufer @ Akrotiri, Zypern
Spornkiebitz @ Akrotiri, Zypern
Spornkiebitz @ Akrotiri, Zypern
Sichler @ Akrotiri, Zypern
Sichler @ Akrotiri, Zypern
Sichler @ Akrotiri, Zypern

Montag, 21. Mai 2012

Catch of the Day #2

Mit stoischer Gelassenheit warten Graureiher auf den richtigen Moment. Den Moment um aus ihrer erstarrten Beobachtungshaltung blitzschnell zuzustossen und das Beutetier mit ihren kräftigen Schnäbeln zu töten. Für diesen Graureiher (Ardea cinerea) wurde das Warten gestern mit einer Feldmaus belohnt, dem Catch of the Day.

Graureiher @ Altötting

Sonntag, 20. Mai 2012

Zypern: Paphos und Umgebung

Die Hafenstadt Paphos, Basisstation vieler birding Touristen, liegt im Südwesten Zyperns. Die reiche Geschichte macht die Stadt und die nähere Umgebung jedoch auch für den gewöhnlichen Städtereisenden von Interesse. So lassen sich Paphos' Wurzeln bis in das 15. Jahrhundert v. Chr. zurückverfolgen.
Die Symbiose von Geschichts- und Naturerlebnis lässt sich wohl nirgends besser erfahren, als im Archäologischen Park der Altstadt. Wird das Besucherspektrum hier ab dem späten Vormittag von den Bewunderern griechischer/zypriotischer Altertümer bestimmt, dominieren in den frühen Morgenstunden die Vogelbeobachter als allen Herrenländern. Der Archäologische Park ist für sie einfach ein Muss. Ein Muss, dem ich mich gleich zweimal "gebeugt" habe. Die nachfolgenden Fotos sollen einen exemplarischen Überblick der Artenvielfalt geben.

Gestatten, mein Name ist Galerida cristata. Man nennt mich auch Haubenlerche. Möchtet Ihr nicht auch ein Foto von mir machen?  -  Auf Schritt und Tritt wurden wir von Vertretern dieser Art auf Zypern verfolgt. Immer wieder posierten die wenig scheuen flatterTiere vor uns und sorgten dafür, dass das eine oder andere Gigabyte an Speicherkapazität belegt wurde.

Haubenlerche @ Paphos, Zypern

Ein nahrungssuchendes Steinschmätzer-Weibchen (Oenanthe oenanthe) konnte ich bei den Mosaiken von Kato Paphos aus unmittelbarer Nähe beobachten. Die zahlreichen, vorwiegend männlichen Kollegen wahrten da schon einen etwas größeren Sicherheitsabstand.

Steinschmätzer @ Paphos, Zypern
 
Mitten unter der Steinschmätzer Beobachtung huschte plötzlich etwas schwarz-weißes durchs Blickfeld. Das wird doch nicht ein ... sein!? Doch es war ein Wiedehopf (Upupa epops). Genauer gesagt waren es zwei Individuen, die es in puncto Sicherheitsabstand den männlichen Steinschmätzern gleich machten. Aber auch aus der Entfernung war das wohl einer der spezielleren Beobachtungen.

Wiedehopf @ Paphos, Zypern

Zur Kategorie besondere Beobachtung zählt sich auch mein erster Kontakt mit einem Wendehals (Jynx torquilla). Bei beiden Besuchen im Archäologischen Park konnte ich jeweils ein Individuum für kurze Zeit beobachten.

Wendehals @ Paphos, Zypern
Wendehals @ Paphos, Zypern

Weitere Beobachtungen (u.a.): Bachstelze, Bluthänfling, Dohle, Grauammer, Grünfing, Haussperling, Heringsmöwe (balt.), Klappergrasmücke, Kohlmeise, Kuckuck, Mittelmeermöwe, Mönchsgrasmücke, Nebelkrähe, Ortolan, Rauchschwalbe, Schafstelze (Masken-), Stieglitz, Triel, Turmfalke.

Samstag, 19. Mai 2012

Catch of the Day #1

Seit ein paar Tagen sind zwei Grauschnäpper (Muscicapa striata), wie schon im letzten Jahr, wieder Stammgäste in meinem Garten. Wir sind zwar noch in der Eingewöhnungsphase, aber sichtlich stolz präsentierte mir schon mal der eine Kollege seinen Jagderfolg, den Catch of the Day.

Grauschnäpper @ Walkersaich

Donnerstag, 17. Mai 2012

Zypern: Akamas und Aphrodite

Im Nordenwesten Zyperns liegt die bislang weitgehend unberührt gebliebene Halbinsel Akamas, welche ihren Namen dem Griechen Akamas, dem Sohn Theseus, verdankt, der nach dem trojanischen Krieg hier landete. Waren es einst die Griechen, so führten in jüngerer Vergangenheit die Briten hier ihre miltärischen Übungen durch. Erst seit kurzem wird für den Tourismus aufgemotzt. Einen hochfrequentierter Haltepunkt unzählicher Pauschaul- und Individualreisender stellt dabei das Bad der Aphrodite, wenige Kilometer westlich von Polis, dar. Der Legende nach soll Göttin Aphrodite ihr Bad in einer kleinen Grotte genommen haben, und dabei ganz nebenbei dem Junker Adonis über den Weg gelaufen sein.
Vom Parkplatz neben der Bushaltestelle führt der Weg bereits nach wenigen hundert Metern zur Grotte, und von dort weiter entlang der Küste zur Fontana Amoroza und schließlich bis zum Cape Arnauti. Alternativ dazu führen die äußerst schlecht beschilderten Wanderwege Aphrodite Trail und Adonis Trail auf durchaus anspruchsvollen Routen ins Innere der Akamas. Aber gerade hier gibt es einiges zu sehen.

Den kleinsten Würger, den Maskenwürger (Lanius nubicus) habe ich auf Zypern nur in der Akamas, hier jedoch gleich mehrmals zu Gesicht bekommen. Meist waren die Vögel nur aus gehöriger Distanz auf Baumkronen oder größeren Buschen zu beobachten. Nur ein Individuum war durch sein Balzaktivitäten so mit sich selbst beschäftigt, dass es nicht bemerkte, als es auf einem Ast nur knapp drei Meter oberhalb meines Kopfes gelandet war. Scheinbar angestachelt von einem Rivalen plusterte sich das adulte Männchen auf und began mit seinem rauchigen Konzert.

Maskenwürger @ Akamas, Zypern
Maskenwürger @ Akamas, Zypern

Die Samtkopfgrasmücke (Sylvia melanocephala) ist auf Zypern dagegen weit verbreitet. Eine Beobachtung der besonderen Art gelang in der Akamas am frühen Morgen, kurz vor dem Bad der Aphrodite. Aug in Aug standen wir uns auf kurzer Distanz gegenüber. Zeit genug für etwas Bildmaterial.

Samtkopfgrasmücke @ Akamas, Zypern
Samtkopfgrasmücke @ Akamas, Zypern
Samtkopfgrasmücke @ Akamas, Zypern

Der Zypernsteinschmätzer (Oenanthe cypriaca) ist eine der endemischen Arten Zyperns. In der Akamas gelangen mehrere Beobachtungen.

Zypernsteinschmätzer @ Akamas, Zypern
Zypernsteinschmätzer @ Akamas, Zypern
 
Weitere Beobachtungen (u.a.): Grauortolan, Grünfink, Haussperling, Mittelmeermöwe, Mönchsgrasmücke, Steinschmätzer, Stieglitz, Turmfalke.

Mittwoch, 16. Mai 2012

Birdwatching in Zypern

Birdwatching on tour, im flatterLand Zypern  -  Anfang April diesen Jahres stand für eine gute Woche Vogelbeobachtung im griechischen Teil Zyperns auf dem Programm. Neben dem kleinen Svensson erwies sich dabei der Klassiker "A Birdwatching Guide To Cyprus" von Arthur Stagg und Graham Hearl (Arlequin Press, Essex, GB 1998) als äußerst hilfreich. Auf knapp 90 Seiten sind von den Autoren lohnende Ziele zur Vogelbeobachtung beschrieben. Leider sind die handgezeichneten Karten manchmal etwas vage und die charakteristischen Wegweiser nicht immer zweifelsfrei zu finden bzw. im Lauf der Zeit verschwunden. Alles in allem ist der Guide aber ein sehr empfehlenswertes Arbeitsheft.

In den nächsten Tagen werden ich nach und nach von den entsprechend meiner Erfahrung besten Orten berichten, nämlich von der Akamas Halbinsel im Nordwesten (1), von Paphos und Umgebung im Südwesten (2), von der Akrotiri Halbinsel im Süden (3) und von Larnaka's Salzseen im Südosten (4):

Daten von OpenStreetMap - Veröffentlicht unter CC-BY-SA 2.0

Natürlich ist diese Auswahl rein subjektiv und erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Es sind einfach die Plätze, an denen ich das Glück hatte, das eine oder andere birding Erlebnis aus einem insgesamt tollen Zypernurlaub mit nach Hause nehmen zu dürfen. Und hierzu zählt nicht nur der Zypernsteinschmätzer (Oenanthe cypriaca):

Zypernsteinschmätzer @ Akamas, Zypern


Sonntag, 13. Mai 2012

Baumfalke im Tiefflug

Am Moosburger Stausee (Vogelfreistätte Mittlere Isarstauseen) konnte ich heute einen adulten Baumfalken (Falco subbuteo) beim Tiefflug über die Wasserfläche beobachten. Während unter den Rauchschwalben und Mauerseglern helle Aufregung herrschte, folgten die Blässhühner dem Spektakel eher schulterzuckend. Fressen Baumfalken eigentlich auch Blässhühner?

 

Samstag, 5. Mai 2012

Srriiirr

Und noch ein Langstreckenzieher lässt sich im Isental blicken: der Mauersegler. Zwei Individuen habe ich heute im mittleren Isental bei Walkersaich für kurze Zeit bei ihren waghalsigen Flugkunststücken im aufziehenden Sturm beobachten können. Anhand der sichelförmigen Flügel und ihren charakteristischen Rufen ("srriiirr") können die Segler gut von den oftmals an den Luftjagden beteiligten Schwalben unterschieden werden.

Mauersegler @ Walkersaich
Mauersegler @ Walkersaich

Der Mauersegler (Apus apus) ist Neuzugang Nr. 73 für die flatterland Isental Artenliste. Bessere Fotos und eine ausführliche Beschreibung gibt es z.B. auf Wikipedia unter http://de.wikipedia.org/wiki/Mauersegler.

Mittwoch, 2. Mai 2012

Steinschmätzer im Isental

Den ersten Steinschmätzer des Jahres gab's heute auf der Heimfahrt von der Arbeit kurz vor der Edmühle im Isental zu sehen. Noch vor vier Wochen habe ich eine Vielzahl seiner Kollegen auf Zypern beobachten können. Auch das nachfolgende Foto stammt aus dem Zypern-Urlaub, genauer gesagt aus Polis im Nordwesten der Insel.

Steinschmätzer @ Polis, Zypern

Der Steinschmätzer (Oenanthe oenanthe) ist Neuzugang Nr. 72 für die flatterland Isental Artenliste.

Dienstag, 1. Mai 2012

Nur 5 Sekunden

Sonntag, 29.04.2012, mittleres Isental, 12–13 Uhr, bewölkt, 25°C

Du hast 5 Sekunden, nutze sie weise!  -  Es ist endlich richtig Frühling und das Isental erwacht aus dem Dornröschenschlaf der vergangenen Monate. Auf den Feldern und Wiesen zwischen Schwindegg und Heldenstein hat sich in den letzten Tagen so einiges getan. Es dominiert vielerorts das leuchtende Gelb von Löwenszahn und Hahnenfuß. Und überall zwitschert, trillert und piept es.
Nach den ersten 2012’er Beobachtungen von Kuckuck und Trauerschnäpper von vor zwei Tagen, stand die heutige „Runde“ im heimischen Isental wieder unter dem Motto einen Überblick über die flatterwelt vor der Haustüre zu gewinnen. Aber natürlich ging es auch darum nach weiteren Neuankömmlingen aus den afrikanischen Winterquartieren Ausschau zu halten. Über einen dieser Neuankömmlinge habe ich mich besonders gefreut: das Blaukehlchen (Luscinia svecica). Zu Gesicht kam mir ein Individuum in der Schilfumrandung eines der Entwässerungskanäle zur Isen. Für knappe 5 Sekunden konnten wir uns im Abstand von nur 2 bis 3 Metern gegenseitig begutachten. Du hast 5 Sekunden, nutze sie weise!
Blaukehlchen (@ Walkersaich)
Blaukehlchen (@ Walkersaich)
Blaukehlchen (@ Walkersaich)

An diversen Stellen wird im Internet über Blaukehlchen im Isental berichtet. Auf meiner flatterland Isental Artenliste hat der Vogel jedoch bisher gefehlt. Das Blaukehlchen ist nun Eintrag Nr. 71.
Beobachtungen des Tages: Amsel, Bachstelze, Blässhuhn, Blaukehlchen, Blaumeise, Buchfink, Buntspecht, Feldlerche, Goldammer, Grauschnäpper, Grünfink, Hausrotschwanz, Haussperling, Jagdfasan, Kleiber, Kohlmeise, Kuckuck, Mönchsgrasmücke, Rabenkrähe, Rauchschwalbe, Reiherente, Ringeltaube, Rohrammer, Star, Stieglitz, Stockente, Sumpfmeise, Turmfalke.